
Katastrophe in UNESCO-Wäldern
VIDEO ZUR KATASTROPHE IN SEMENIC
Der Klimawandel hat Rumäniens Wald in beispielloser Weise getroffen. Die zum UNESCO-Welterbe gehörenden Urwälder im Nationalpark Semenic – Cheile Carașului wurden auf Hunderten Hektar in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli umgeworfen. Die nächstgelegene Wetterstation in Bozovici verzeichnete Windgeschwindigkeiten von nur 60 km/h, während solche Windwürfe Winde von über 160 km/h erfordern. Das deutet auf ein lokal verstärktes Phänomen hin.
Vertreter von Agent Green besuchten das Katastrophengebiet in Semenic und sprachen mit örtlichen Vertretern der Forstverwaltung und des Nationalparks sowie mit dem diensthabenden Meteorologen.
Urwälder sind gegenüber Unwettern am widerstandsfähigsten. Solche Auswirkungen wurden in Europas Urwäldern noch nie verzeichnet. In von Menschen gepflanzten Wäldern sind Katastrophen hingegen häufig, insbesondere in Nadelwäldern, die nicht dieselbe Resilienz wie natürliche Wälder aufweisen. Dies ist das stärkste Warnsignal für Politik, Wissenschaft, Forstverwaltung und Bevölkerung, dass das derzeitige Waldgesetz den Klimawandel nicht berücksichtigt.
Die Katastrophe in Semenic zeigt auch, dass sämtliche streng geschützten Wälder (etwa 2% des rumänischen Waldes) durch den Klimawandel gefährdet sind, solange in ihrer Umgebung Holzeinschläge stattfinden, die den Wald destabilisieren.
Agent Green schlägt dem rumänischen Präsidenten, dem Parlament und der Regierung vor, das Waldgesetz unter Berücksichtigung der folgenden Vision zu aktualisieren:
Agent Greens Vision für Rumäniens Wald (PDF auf Rumänisch)
Im Rahmen der aktuellen Debatten über ein neues Waldgesetz hat die Organisation außerdem folgende Anmerkungen zum Gesetzentwurf:
Agent Greens Anmerkungen zum Gesetzentwurf für ein neues Waldgesetz
Nicht zuletzt fordert die Organisation das Umweltministerium und Romsilva auf:
– in keiner Weise in das Katastrophengebiet in Semenic einzugreifen (weder innerhalb noch außerhalb der UNESCO-Stätte), um die Kohlenstoffspeicherung in den umgestürzten Bäumen und die natürliche Waldverjüngung zu gewährleisten
– die Pufferzone der UNESCO-Stätte so zu vergrößern, dass sie einen mindestens 1 km breiten Streifen bildet
– 10% des rumänischen Waldes streng zu schützen und im übrigen Wald keine Kahl- und Schirmschläge mehr vorzunehmen, sondern ausschließlich selektive Einschläge, um im gesamten Land eine geschlossene Walddecke zu gewährleisten
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