
Offener Brief an Präsident Klaus IOHANNIS, Ombudsfrau Renate WEBER und Minister Costel ALEXE
An die Vereinten Nationen gemeldete Daten über entwaldete Flächen und CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Biomasse
Offener Brief an:
Die Ombudsfrau
Bukarest, George-Vraca-Straße Nr. 8, Sektor 1
E-Mail: petitii@avp.ro
Präsidialverwaltung
Palast Cotroceni, Geniului-Boulevard Nr. 1-3, Sektor 6, 060116 – Bukarest,
E-Mail: procetatean@presidency.ro
Umweltministerium
Libertății-Boulevard Nr. 12, Sektor 5, Bukarest
E-Mail: petitii@mmediu.ro
Betreff: An die Vereinten Nationen gemeldete Daten über entwaldete Flächen und CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Biomasse
Sehr geehrter Herr Präsident Klaus IOHANNIS,
sehr geehrte Frau Renate WEBER, Ombudsfrau,
sehr geehrter Herr Minister Costel ALEXE,
Bukarest, 5. Mai 2020 – Die Angaben im im April 2020 veröffentlichten Bericht der Vereinten Nationen zum Klimawandel über Treibhausgasemissionen zeigen, dass in Rumänien 85.930 Hektar Wald im Jahr 2018 gerodet wurden. Das wird uns bald äußerst teuer zu stehen kommen, denn unser Land wird kolossale Emissionen aus der Forstwirtschaft statt einer Speicherung von CO2 aufweisen, wie man bis vor Kurzem glaubte.
Darüber hinaus geht aus demselben Bericht hervor, dass die Standardemissionsfaktoren für die Verbrennung von Biomasse in Rumänien mit denen Deutschlands und Frankreichs vergleichbar waren. Diese hohen Emissionsfaktoren weisen auf die Ineffizienz der Anlagen zur Energiegewinnung hin. Es handelt sich um 14.182.610 Tonnen CO2 aus der Verbrennung von Biomasse; das heißt, dass in Rumänien in einem Jahr über 14 Millionen Tonnen Biomasse verbrannt wurden. Die Daten sind konsistent und plausibel, wenn man die jüngsten vom Wettbewerbsrat bereitgestellten Daten berücksichtigt, die auf Angaben des Nationalen Statistikinstituts (INS) für 2017 beruhen. Dieser Quelle zufolge wurden in Rumänien in jenem Jahr 23.004.000 m³ Brennholz einschließlich Biomasse verbraucht (also 14.953.000 Tonnen), davon 18.698.360 m³ (also 12.466.000 Tausend Tonnen) allein für die Bevölkerung. Derselben Quelle zufolge wurde die gesamte nationale Holzproduktion für jenes Jahr auf 18.316.000 m³ geschätzt, wovon das aus dem nationalen Waldbestand entnommene Brennholz auf etwa 5.163.000 m³ geschätzt wurde.
Mit anderen Worten: Es wurde mehr Holz verbrannt als die gesamte legale nationale Produktion, ohne das für die Industrie und andere Nutzungen benötigte Holz einzurechnen, also ungefähr weitere 20 Millionen m³. Die sehr große Menge an Holz, das als Brennholz bestimmt ist, und seine Verbrennung in Anlagen mit sehr geringer Energieeffizienz, ohne Filter zur Verringerung der Umweltverschmutzung, die überwiegend von der Bevölkerung unseres Landes genutzt werden, haben eine Reihe negativer ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Folgen:
- Dies widerspricht den Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels durch eine Verringerung der Treibhausgasemissionen mittels Verwendung von Holz in langlebigen Gütern.
- Eine Quelle der Waldschädigung durch illegale Einschläge infolge einer Nachfrage nach Brennholz, die größer ist als die von den Verwaltern und Eigentümern des Waldbestands vermarktete Brennholzernte, also klein dimensioniertes Holz geringer Qualität. Dies hat direkte Folgen für sämtliche vom Wald erbrachten Ökosystemleistungen.
- Eine Quelle der Umweltverschmutzung infolge des geringen Wirkungsgrads der in der Bevölkerung weitverbreiteten Öfen bei der Umwandlung von Brennholz in Wärmeenergie sowie der in die Atmosphäre ausgestoßenen Schadstoffe, mit Folgen auch für die Gesundheit der Bevölkerung.
- Dies beeinträchtigt die Holzmenge, die von der Holzindustrie höherwertig genutzt wird (Produkte mit hoher Wertschöpfung und langer Nutzungsdauer).
Die Daten beunruhigen uns, und es ist unklar, ob die von Rumänien an die Vereinten Nationen gemeldeten Daten falsch sind oder ob sie nicht einen Moment der Aufrichtigkeit darstellen, das Eingeständnis einer weitaus schwerwiegenderen Wahrheit, als bisher bekannt war. Diese Daten zeigen einen doppelten Maßstab in der inländischen und internationalen Darstellung, der uns, ich wiederhole es, bald äußerst teuer zu stehen kommen wird, denn unser Land wird kolossale Emissionen aus der Forstwirtschaft aufweisen.
In diesem Zusammenhang bitten wir Sie, uns zügig Ihre offizielle Position zu den tatsächlichen Daten und den ergriffenen Maßnahmen mitzuteilen. Ich danke Ihnen im Voraus für Ihr Entgegenkommen.
Hochachtungsvoll,
Gabriel PĂUN, Präsident von Agent Green
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