Rumänien ohne GVO. Die Geschichte eines Erfolgs. Der Einsatz eines neuen Kampfes.
✗ Im Jahr 2002war Rumänien bei gentechnisch veränderten Organismen völlig außer Kontrolle
✗ Soja, Mais, Kartoffeln, Raps, Sonnenblumen und sogar gentechnisch veränderte Obstbäume — ohne Transparenz angebaut
✗ Kein zertifiziertes Labor zur GVO-Untersuchung gab es damals in Rumänien
✗ Keine wirksame Kontrolle der Behörden über gentechnisch veränderte Kulturen
Gabriel Păun, der damals Greenpeace vertrat, beschloss, das zu ändern. Dieser Wandel setzte sich ab 2009 gemeinsam mit Agent Green fort.
Wir begannen zu testen, was niemand kontrollierte. Mit fortschrittlichen Labormethoden, einschließlich PCR-Tests, deckten wir die Wirklichkeit auf den Feldern und in der Lebensmittelkette auf. Wir brachten die Proben ins Ausland — Rumänien hatte kein zertifiziertes Labor.
Wir machten die Beweise öffentlich. Wir deckten das Problem auf. Wir übten Druck aus. Und wir gewannen.
Was wir in Rumänien verändert haben
Unsere Kampagne führte zu konkreten Veränderungen:
1
Strenge GVO-Regeln
Einführung eines Rechtsrahmens für Anbau und Vermarktung gentechnisch veränderter Organismen in Rumänien.
2
Dekontamination landwirtschaftlicher Kulturen
Rumänien gab den großflächigen GVO-Anbau auf und wurde zu einem europäischen Beispiel.
3
Verpflichtende Kennzeichnung
GVO-haltige Produkte müssen gekennzeichnet werden, damit Verbraucher informiert entscheiden können.
4
Die ersten GVO-freien Restaurants
Entwicklung eines Modells für Gastronomie ohne gentechnisch veränderte Organismen.
5
GVO aus Supermärkten entfernt
Gentechnisch veränderte Produkte wurden aus den Regalen großer rumänischer Einzelhändler genommen.
6
Verändertes Verhalten der Hersteller
Hersteller und Händler passten ihre Praktiken an die Nachfrage nach GVO-freien Produkten an.
Danube Soy (Donau Soja) — die konkrete Lösung
Wir wirkten am Start der Initiative Danube Soy mit — einem Netzwerk von Landwirten im Donauraum, die gentechnikfreies Soja anbauen.
✓ Verringert Europas Abhängigkeit von Importen aus entwaldeten Gebieten (etwa dem Amazonasgebiet)
✓ Unterstützt die lokale Landwirtschaft und bietet eine saubere Alternative für Industrie und Verbraucher
✓ Das Modell funktioniert heute auf europäischer Ebene
Warum wir weiter kontrolliert haben
Auch nach diesem Erfolg blieben wir wachsam. Jahrelang testeten wir unabhängig landwirtschaftliche Kulturen und Produkte im Handel.
2019 entdeckten wir in der Region Tulcea erneut gentechnisch verändertes Soja in Rumänien: altes Saatgut, das zusammen mit Totalherbiziden wie Glyphosat illegal verwendet wurde. Das bestätigte uns eine entscheidende Erkenntnis: Ohne ständige Kontrolle kehrt das Problem zurück.
Recherche: GVO-Soja in der Ukraine
Um Rumänien vor Verunreinigung aus dem Nachbarland Ukraine zu schützen, das GVO noch nicht ausreichend reguliert hatte, nahm Agent Green Sojaproben in 6 ukrainischen Regionen, in denen mehr als die Hälfte der Sojaernte des Landes angebaut wird (Poltawa, Chmelnyzkyj, Kyjiw, Kirowohrad, Schytomyr und Winnyzja). Ziel war die Prüfung auf gentechnisch veränderte Organismen. Die Ermittler entnahmen 60 Proben (je 10 pro Region) aus großen Sojakulturen. 29 Proben wurden positiv auf GVO getestet. Das ist in der Ukraine illegal, da jede Sorte im staatlichen Register eingetragen sein muss, gentechnisch verändertes Soja dort jedoch nicht registriert ist. Die Ukraine baut Europas größte Sojafläche an (jährlich 2 Millionen Hektar). Der Export von Sojabohnen und Sojaschrot hat einen Wert von jährlich 1 Milliarde Euro weltweit, auch in die EU und nach Rumänien.
Unsere Haltung zur Wissenschaft
Wir sind nicht gegen wissenschaftlichen Fortschritt. Doch gentechnisch veränderte Organismen entstehen im Labor und enthalten Veränderungen, die nicht natürlich auftreten.
Ihre langfristigen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit sind noch unzureichend bekannt. Deshalb stehen wir zum Vorsorgeprinzip.
Die neue GVO-Generation: weniger sichtbar, riskanter
Heute stehen wir vor einer neuen Bedrohung: genomeditierte Organismen, erzeugt mit Techniken wie CRISPR/Cas9.
Was unterscheidet sie?
✗ Sie erzwingen die Weitergabe einer genetischen Veränderung an fast alle Nachkommen
✗ Sie verbreiten Veränderungen unkontrolliert in Wildpopulationen
✗ Sie können verändern oder auslöschen: ganze Arten — eine „erzwungene Vererbung“, die es in der Natur nicht gibt
Reale, schwer kontrollierbare Risiken
1
Sie lassen sich nicht kontrollieren
Einmal freigesetzt, können sich genomeditierte Organismen durch Wind, Wasser oder andere Arten über Grenzen hinweg verbreiten.
2
Sie sind unumkehrbar
Genetische Veränderungen werden von Generation zu Generation weitergegeben. Es gibt keine sichere Methode, sie zu stoppen oder vollständig zurückzuholen.
3
Unvorhersehbare Auswirkungen auf Ökosysteme
Veränderungen können ganze natürliche Wirkungsketten betreffen — von Insekten über Pflanzen bis zu Tieren — mit nicht vorhersehbaren Folgen.
4
Natürliche Grenzen werden überschritten
Veränderte Gene können in andere Arten gelangen und Kettenreaktionen in Ökosystemen auslösen.
Wo ihr Einsatz vorgesehen ist
Genomeditierte Organismen werden bereits zur Bekämpfung krankheitsübertragender Mücken, zur Kontrolle invasiver Arten und für die Landwirtschaft vorgeschlagen. Doch diese Eingriffe sind keine isolierten Experimente — sie können ganze Ökosysteme verändern.
Das eigentliche Problem: fehlende Regulierung
Druck zur Deregulierung neuer GVO
✗ Ohne echte Bewertung der Risiken für Umwelt und Gesundheit
✗ Ohne Kennzeichnung — Verbraucher wüssten nicht, was sie kaufen
✗ Ohne Wahlrecht — die Lehren der Vergangenheit werden ignoriert
Was wir fordern
1
Regeln beibehalten und stärken
Neue GVO müssen denselben strengen Regeln unterliegen wie herkömmliche gentechnisch veränderte Organismen.
2
Das Vorsorgeprinzip anwenden
Keine Freisetzung ohne belastbare Nachweise langfristiger Sicherheit.
3
Unabhängige Tests und Bewertungen
Risiken müssen von unabhängigen Stellen bewertet werden, nicht von den Unternehmen, die diese Technologien entwickeln.
4
Vollständige Transparenz und Kennzeichnung
Verbraucher haben das Recht zu wissen, was sie essen, und GVO-freie Produkte wählen zu können.
5
Eine echte öffentliche Debatte
Entscheidungen über die Zukunft der Ernährung und der biologischen Vielfalt dürfen nicht hinter verschlossenen Türen fallen.
Broschüre: Genomeditierte Organismen
Veränderung ist möglich
Dieser Kampf betrifft nicht nur die Landwirtschaft. Es geht um unsere Gesundheit, die Zukunft der Natur und das Recht zu wissen, was wir essen.
Schließen Sie sich der Kampagne von Agent Green an um Rumänien und Europa vor den Risiken neuer GVO zu schützen. Wir haben bereits gezeigt, dass es möglich ist.