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Titelbild mit dem englischen Text „Investigation of Romanian forests in Natura 2000 sites“ über einem Waldfoto
Berichte & Studien

Bericht von EuroNatur und Agent Green: Massive Panikeinschläge in Natura 2000-Schutzgebieten

Bericht (PDF auf Englisch) von EuroNatur und Agent Green: Massive Panikeinschläge in Natura 2000-Schutzgebieten

Bukarest, 1. Juni 2023 – Ein Bericht mit aktuellen Daten von 16 verschiedenen Standorten in Rumänien in staatlichem und privatem Eigentum zeigt alarmierende Auswirkungen der Waldnutzung in Natura 2000-Schutzgebieten: Domogled, Maramureș, Făgăraș, Frumoasa und Bârnova.

Die in diesem Jahr für den Bericht untersuchten Wälder sind durchschnittlich 125 Jahre alt. In allen wurden aktive Holzeinschläge oder Transporte festgestellt; insgesamt wurden 65355,89 m³ Holz im Zeitraum 2022-2023 aufgrund eines Erlasses des Umweltministers entnommen.

Der von Agent Green und EuroNatur erstellte Bericht betont die dringende Notwendigkeit, Forsteinrichtungspläne, die Umweltverträglichkeitsprüfung von Holzeinschlägen und die Transparenz von Einschlagsentscheidungen in Schutzgebieten zu verbessern. Außerdem kommen die Organisationen zu dem Schluss, dass ein Einschlagsmoratorium in Schutzgebieten erforderlich ist, bis Rumäniens Regierung die Waldbewirtschaftung mit den Erhaltungszielen der Natura 2000-Gebiete und dem EU-Umweltrecht in Einklang bringt.

„Europa hat noch natürliche Wälder, und Rumäniens einzigartiger, unersetzlicher Naturschatz ist durch das mangelnde Interesse der Regierung bedroht“, sagte Bruna Campos, Senior Policy Manager bei EuroNatur. „Es muss rasch gehandelt werden, um die derzeitigen Panikeinschläge zu stoppen und diese Primär- und alten Wälder in Rumänien zu schützen“.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und die Verträglichkeitsprüfung sind unerlässlich, um die Auswirkungen der Holzeinschläge auf geschützte Lebensräume und Arten zu bestimmen, wie von der EU verlangt. Doch nur eines der 16 untersuchten Gebiete verfügt über eine UVP von unzureichender Qualität, da die Untersuchung den Asprete (Romanichthys valsanicola) auslässt, eine vom Aussterben bedrohte Fischart, deren letzte Individuen an einem kleinen Abschnitt des Flusses Vâlsan im Făgăraș-Gebirge leben.

Die Untersuchung stellte fest, dass Schirmschläge die am weitesten verbreiteten und zerstörerischsten forstlichen Arbeiten sind. Sie führen zu trostlosen Landschaften und riesigen kahlgeschlagenen Flächen, denen der Wald vollständig genommen wurde. Schirmschläge geben Anlass zu ernster Sorge um den Erhaltungszustand unberührter Lebensräume und alter Wälder, wie er vor den Holzeinschlägen bestand.

Ein wesentliches im Bericht genanntes Problem ist die mangelnde Transparenz im Forstbereich. Die für Überwachung und Bewirtschaftung entscheidenden Forsteinrichtungspläne bleiben zensiert; Abteilungsbeschreibungen, Forsteinrichtungskarten und geplante Einschläge fehlen in den öffentlichen Informationen.

„Forsteinrichtungspläne sind die Grundlage der Transparenz. Wir haben vor Gericht die Veröffentlichung aller Forsteinrichtungspläne (öffentlicher und privater) in Rumänien erstritten, und die Regierung hält sie unter Missachtung des rechtskräftigen Urteils geheim. Deshalb kann die Öffentlichkeit nicht wirklich an Entscheidungen oder Überwachungstätigkeiten mitwirken“, sagte Gabriel Păun, Präsident von Agent Green.

Trotz der Bemühungen von Agent Green und des Vertragsverletzungsverfahrens der Europäischen Kommission hat die rumänische Regierung den Mangel nicht behoben. Die jüngste Dringlichkeitsverordnung 177/2022 berücksichtigte die geltenden Forsteinrichtungspläne nicht und legte fest, dass erst ab September 2023 UVP und Verträglichkeitsprüfung für neue Forsteinrichtungspläne stattfinden sollen. Zudem gehen die Panikeinschläge unter Verletzung gesetzlicher Pflichten unvermindert weiter.

Agent Green und EuroNatur fordern Rumäniens Regierung auf, für sämtliche geltenden und neuen Forsteinrichtungspläne Umweltverträglichkeitsprüfungen und Verträglichkeitsprüfungen durchzuführen. Vor allem muss die Regierung die forstlichen Vorschriften in Natura 2000-Schutzgebieten überarbeiten.

Die Organisationen, die den Bericht erstellt haben, fordern ein Moratorium für Holzeinschläge in Schutzgebieten, bis alle Forsteinrichtungspläne über die erforderlichen Umweltprüfungen verfügen. Sie betonen, dass Rumäniens forstliche Vorschriften an das EU-Umweltrecht angepasst werden müssen, um die Natura 2000-Gebiete zu schützen.

Pressekontakte:

Cătălina Rădulescu, Anwältin von Agent Green, +40 740 161 116, catalina.radulescu@agentgreen.org

Bruna Campos, Senior Policy Manager, EuroNatur, bruna.campos@euronatur.org

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