
Coșava Mică: Aufruf zum Schutz des Urwalds (2015)
Archivkontext: Dieser Aufruf wurde am 17. Februar 2015 veröffentlicht. Die folgenden Daten, Einstufungen und Forderungen beschreiben die damalige Situation. Zur späteren Ankündigung eines zehnjährigen Schutzes siehe die Mitteilung vom 7. Dezember 2015.
Der Aufruf zum Schutz
Agent Green reichte beim Umweltministerium Unterlagen zum Schutz des Urwalds Coșava Mică ein und schlug seine Aufnahme als strenges Schutzgebiet in den Nationalpark Semenic – Cheile Carașului vor. Der Aufruf warnte, Romsilva lehne den Schutz ab und wolle die jahrhundertealten Buchenbestände kommerziell nutzen.

Luftaufnahme des Urwalds Coșava Mică. Foto: Agent Green.
Der in den Unterlagen beschriebene Wald
Der Urwald Coșava Mică umfasst die Abteilungen 121–141 in UP I Helișag, OS Nera, DS Reșița. Die im Aufruf vorgestellten Unterlagen nannten rund 739 ha südöstlich des Nationalparks Semenic – Cheile Carașului, unmittelbar an diesen angrenzend. Agent Green erklärte, nicht zu wissen, warum der Wald nicht von Anfang an in den Park aufgenommen worden war.
Coșava Mică wurde als Primärwald aus reinen Buchenbeständen in einem fortgeschrittenen dynamischen Gleichgewicht mit hoher Stabilität und multifunktionaler Leistungsfähigkeit beschrieben. Seine komplexe, ungleichaltrige Struktur, mehrere Jahrhunderte alte Bäume an der Grenze ihrer physiologischen Lebensdauer und von außergewöhnlichen Dimensionen sowie tote Bäume in verschiedenen Zersetzungsstadien machten ihn zu einem Urbild der Karpatenbuchenwälder.
Dem Aufruf zufolge waren im vorangegangenen Jahrzehnt besondere forstliche Maßnahmen auf kleinen Flächen an den Rändern durchgeführt worden, wobei geringe Holzmengen entnommen wurden. Die Organisation sah den Wald weiterhin in einem ausgezeichneten Gleichgewichtszustand.
Der Wald war 2002–2003 als Primärwald identifiziert worden. Im Verfahren „Eine gemeinsame Nominierung von Buchenurwäldern und alten Buchenwäldern als UNESCO-Welterbestätten: Buchenwälder – gemeinsames Naturerbe Europas“ hatten internationale Fachleute ihn neben dem Naturschutzgebiet Izvoarele Nerei als Kandidaten für die Nominierung ausgewählt, sofern strenger Schutz gewährleistet würde. Zum Zeitpunkt des Aufrufs war Coșava Mică als Wirtschaftswald eingestuft, was die Organisation als unmittelbar drohende Gefahr betrachtete.
Die damals vorgeschlagenen Maßnahmen
Die Unterlagen nannten zwei Wege zum Schutz:
- Aufnahme der Abteilungen in die Funktionskategorien 1-5J und/oder 1-5O (TI) gemäß Ministerialerlass 3397/10.09.2012 über Kriterien und Indikatoren zur Identifizierung von Urwäldern und naturnahen, nahezu unberührten Wäldern. Die Einstufung wurde für die damals laufende Überarbeitung des Forsteinrichtungsplans von OS Nera vorgeschlagen.
- Ausweisung als Naturschutzgebiet von nationalem Interesse nach den im Aufruf genannten Rechtsvorschriften, einschließlich MMDD-Erlass Nr. 1710/2007.
Agent Green schlug vor, Coșava Mică der strengen Schutzzone des Nationalparks Semenic – Cheile Carașului anzugliedern. Der Archivtext zog einen Vergleich mit dem „strengen Schutzgebiet Cheile Nerei“ und forderte außerdem die Ausweisung als Natura-2000-Gebiet im Zusammenhang mit der im Aufruf genannten Frist im September 2015.
Zum Schutz von Coșava Mică und Izvoarele Nerei verlangte die Organisation auch vollständigen Schutz für den dazwischenliegenden Wald Coșava Mare. Das west-südwestlich von Coșava Mică gelegene Tal Helișagu Mare wurde zumindest als besondere Erhaltungszone für die Aufnahme in den Park vorgeschlagen.
Agent Green bat das Umweltministerium um ein angemessenes Schutzregime und Unterstützung für die dringende Aufnahme von Coșava Mică neben dem Naturschutzgebiet Izvoarele Nerei in die Kandidatengebiete für eine Nominierung zur UNESCO-Welterbeliste.


